top of page
  • AutorenbildSchreiblaune

Akkus aufladen I

Seit dem letzten Beitrag ist einige Zeit vergangen, denn neben neuem Job und den kleinen Stolpersteinen im Alltag ist so einiges passiert. Dabei ist mir im Laufe der letzten Monate immer wieder ein Thema begegnet, über das ich nachdenken musste: Leere Akkus. Natürlich ist es spannend immer wieder Neues zu erleben. Schließlich bringt uns das, was wir erleben auch in irgendeiner Form weiter. Seien es nun Erfolgserlebnisse oder eben auch der Gedanke zu wissen, wie man Dinge künftig eben nicht mehr angeht. Doch egal, in welchem Verhältnis diese Erfahrungen zueinanderstehen – irgendwann wird es Zeit die eigenen Kraftreserven wieder aufzuladen. Da wir noch immer keine Maschinen sind, die sich nachts an ein Ladekabel hängen können, sind hier Alternativen gefragt. Bei diesem Thema kann ich dir vorab schon einmal einen Tipp geben, der mir im Alltag weiterhilft. Das Stichwort ist Abgrenzung. Abgrenzung zu Situationen oder auch Menschen, die an unseren Kräften zehren, uns aber nicht viel Positives entgegensetzen können.

Bild von Pexels auf Pixabay

Das bedeutet natürlich nicht, dass du dich grundsätzlich einigeln und deine Mitmenschen ignorieren solltest. Schließlich möchten wir auch für andere da sein, ein offenes Ohr haben und, wenn es in unserer Kraft liegt, weiterhelfen. In diesem Kontext meine ich vielmehr individuelle Grenzen, die wir ziehen, um unsere eigenen Kräfte nicht zu vergeuden. Immerhin brauchen wir unsere Reserven, um für schöne Erlebnisse zu sorgen und unsere eigenen Akkus wieder aufladen zu können.

Gehörst du also ebenso zu den Menschen, die nach Feierabend ausgelaugt nach Hause kommen und eigentlich nur noch auf die Couch möchten? Für die der Gang zur Couch verspricht, endlich Ruhe vor der Welt und anderen Menschen zu haben? Die keine Kapazitäten mehr haben, um anderen wirklich zuzuhören, weil der eigene Alltag schwer genug wiegt? Dann kann es wirklich helfen dich in einer freien Minute zurückzulehnen und deinen Tag Revue passieren zu lassen. Gehe für dich selbst doch einfach mal die Momente durch, die du erlebt hast und die schön oder auch einfach nur anstrengend waren. Was hat dich geärgert, was hat dich gefreut? Immer dann, wenn du weißt welche Momente dich heruntergezogen oder sauer gemacht haben, kannst du auf Ursachenforschung gehen, wie du diese vermeintlich negativen Sequenzen in etwas Positives ummünzen kannst. Letztendlich zwingt dich niemand in einer bestimmten Art zu reagieren oder auf Gedanken einzugehen, die du nicht präsent haben möchtest. Entscheide also selbst, was du zulässt und wie du dich alternativ verhalten kannst, um die Situation beim nächsten Mal besser anzugehen.

Meine Survival-Tipps für den Alltag

1. Sei mehr als ein*e Zuschauer*in

Du verbringst den größten Teil des Tages mit jemandem, der sich selbst in den Mittelpunkt deiner Lebenswelt stellt. Das klingt komisch? Stimmt, ist aber ganz einfach. Wenn sich die Gespräche zumeist um die persönliche Lebenswelt des anderes drehen und du letztendlich nur als Zuschauer am Spielfeldrand stehst, um zu applaudieren, bzw. zu reagieren – aber doch bitte angepasst an die erwartete Haltung – , kann auf Dauer ein Ungleichgewicht entstehen. Hast du nunmehr also zum zehnten Mal erfahren, wie erfolgreich XY war und die Last der (Arbeits-)Welt nur auf dessen Schultern zu liegen scheint, grenze dich ab. Du hast inzwischen zum mindestens zehnten Mal gehört, wie inkompetent der Rest der Welt ist und wie toll sich doch im Vergleich XY verhält? Grenz dich ab. Du bist schließlich mehr als nur der reagierende Zuschauer, der auf Bedarf Applaus spendet. Du bist ein eigenständiger Mensch mit einer Meinung und vor allem mit eigenem Handlungsspielraum sowie Leben.

2. Bleib positiv

In einigen Fällen kann sich in deinem Umfeld eine negative Stimmung festsetzen. Es wird also nur noch genervt reagiert, schlecht über andere gesprochen oder auch eine Opferrolle angenommen, sodass der Rest der Welt grundsätzlich übel ist – bis auf den auserwählten Kreis der negativ denkenden Gruppe, zu deren Teil du geworden bist. Merkst du also, dass sich in deinem Umfeld eine solche negative Stimmung etabliert hat und dich genau dies immer wieder emotional beeinflusst, sodass es dir selbst weniger gut geht – du kannst es dir denken – grenze dich ab. Keiner kann dich dazu zwingen dein Leben oder auch nur einen Teilbereich permanent durch eine schwarzmalende Brille zu betrachten. Hast du es wirklich nötig, dich über das schlecht reden anderer Personen selbst besser darzustellen, um Teil der Gruppe sein zu können? Vermutlich nicht. Denn warum solltest du ein Teil von etwas sein wollen, dass dir selbst nicht guttut? Sei mutig und zeige, dass du Dinge anders wahrnimmst.

3. Ein „Nein“ ist kein Weltuntergang

Natürlich erfordert es mitunter Mut, wenn wir „Nein“ sagen. Denn in diesen Momenten erteilen wir anderen eine deutliche Absage. Doch so schwer es uns auch manchmal fallen mag. Schnell vergessen wir, dass wir von niemandem zu etwas gezwungen werden können, was wir nicht möchten. Schließlich gibt es eine deutliche Grenze zwischen dem Unterstützen anderer und der Selbstaufgabe, indem wir uns in Situationen drängen lassen, die wir nicht möchten. Häufig merken wir im Vorfeld bereits, ob wir das, was von uns gefordert wird, wirklich weiterbringt und sogar eine Herausforderung sein kann. Oder ob es sich dabei nicht doch um etwas handelt, dass uns in unseren eigenen Möglichkeiten beschränkt, vielleicht sogar herabwürdigt. Wenn wir andere unterstützen können wir natürlich unsere Akkus wieder aufladen. Doch, wenn es weniger um das Supporten, denn um das Herabsetzen geht, ist es höchste Zeit, die eigenen Grenzen aufzuzeigen. Schließlich sind wir doch keine Ja-Sager, oder?

Bild von 11417994 auf Pixabay

4. Was sagt deine innere Stimme?

Du hast einen ruhigen Augenblick genutzt und bist deinen Tag noch einmal durchgegangen? Zu welchem Schluss bist du gekommen? Schließlich gab es neben den stressigen Momenten, sicherlich auch Situationen, die dich glücklich gemacht haben. Was kannst du also tun, um eben solche positiven Augenblicke zu fördern? Das kann dir in erster Linie vor allem eine Sache sagen: Deine innere Stimme. Höre auf dein Bauchgefühl und finde ganz individuell für dich selbst heraus, was dir persönlich ein gutes Gefühl gibt. Lass dich nicht von dem müsste ablenken, sondern vertraue auf dein Bauchgefühl. Glaube an dich selbst und dein Gespür.

5. Etabliere Zeit für dich

Auch, wenn der Alltag stressig sein kann – es ist wichtig immer wieder Zeit für dich und deine Bedürfnisse zu schaffen. Wenn du jetzt denkst: „Das schreibst du so einfach“, kann ich dich wirklich verstehen. Denn ich weiß, wie schwer es fallen kann zwischen dem morgendlich klingelnden Wecker und dem Moment, in dem du am liebsten auf die Couch fallen würdest, Zeit für dich selbst zu finden. Mir ist es ebenso schwergefallen, mir eine feste Auszeit für mich selbst zu nehmen. Doch inzwischen komme ich lieber 20 Minuten später zur Arbeit, doch dafür habe ich morgens genug Zeit, um eine ausgedehnte Runde mit Louise im Wald zu drehen sowie weitere sechs Minuten um entspannt zu meditieren und in mich zu hören. Etwas, das ich neu für mich entdeckt habe und mir persönlich wirklich viel Positives in meinen Alltag bringt (auch, wenn ich das vorher nie erwartet hätte). Falls du ebenso gerne liest, wie ich, ist es auch ein – für mich persönlich – schönes Ritual den Fernseher zum Einschlafen auszuschalten und lieber das Buch aufzuschlagen. Es ist zwar keine Garantie – aber ich schlafe seitdem wesentlich besser. Doch, wenn wir all das subsummieren, bleibt eine Tatsache bestehen, die ich jedem anderen Menschen raten würde: Erst dann, wenn du mit dir selbst happy bist, kannst du dies auch an dein Umfeld weitergeben. Glaub mir, ich weiß, dass das nicht immer einfach ist und wie sehr es sich lohnt, einen Weg zu finden, um positiv durch den Tag zu gehen. Denn davon profitiert nicht nur dein Umfeld, sondern auch du selbst.

6. Deine Bedürfnisse zählen

Es gibt Tage an denen ich mich persönlich am liebsten im Bett verkriechen würde. Um ehrlich zu sein, bereits nachdem ich zum ersten Mal aufgewacht bin. Hierzu zählen insbesondere solche Tage, an denen der eigene Kopf überzuschäumen droht, vor lauter Aufgaben, die ich mir selbst vorgenommen habe oder auch voller Ideen, von denen ich letztendlich doch weiß, dass einige von ihnen – aus welchem Grund auch immer – auf der Strecke bleiben werden. Das Gefühl sagt also: „Mach es wie die IKEA Werbung und zieh dir einfach die Decke über den Kopf“. Doch soll das wirklich die Lösung sein, wenn wir merken, dass wir unser inneres Gleichgewicht aus den Augen verloren haben? Natürlich nicht! Anstatt Situationen, Ängste und Sorgen allein mit dir selbst ausmachen zu wollen, hilft es manchmal immens mit einer oder einem Kompliz*in zu sprechen. Denn ist so manche Angst erst ausgesprochen, wird sie plötzlich so klein, dass sie nur noch am Rande deines Unterbewusstseins existieren kann. Wichtig ist allein, dass du deinem Gegenüber vertraust und das Setting stimmt, in dem du dich einem anderen Menschen anvertrauen kannst. Ist dies nicht gegeben, helfen selbstverständlich auch andere Dinge weiter. Erlaube es dir selbst dich in einem Hobby zu verlieren, das dir in eben diesem Moment einfach nur guttut. Letztendlich weißt du selbst am besten, wie dein Weg zurück zu mehr Sicherheit und vollgeladenen Akkus aussieht. 

4 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Comments


bottom of page