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Mach dein Ding draus

Hände hoch, wer den gut gemeinten Rat: “Nimm es dir nicht so zu Herzen”, mindestens einmal in den letzten Wochen gehört hat. Ein gut gemeinter Rat, den sicherlich jede*r von uns schon einmal in irgendeinem Kontext mit auf den Weg bekommen hat. Ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, dass eben dies der Universal-Spruch ist, wenn uns etwas belastet. Von der Trennung von unserem Partner oder unserer Partnerin, über die gescheiterte Bewerbung bis hin zu Momenten, die uns emotional getroffen haben. Doch, wenn wir ehrlich sind, ist eben genau das manchmal schwerer als erwartet und wir können nicht anders, als es uns zu Herzen zu nehmen, oder?

Spätestens seit dem Song Titanium von David Guetta und Sia dürften die meisten den Spruch: “Sticks and stones may break my bones (but words will never hurt me)”, kennen. Ich hatte mit dem Zitat schon immer meine Probleme, weil ich eine andere Meinung hierzu habe. Denn Worte können sehr wohl verletzend auf uns wirken. Manchmal unbedacht, manchmal aus Kalkül genutzt, können Sie uns sogar ganz schön ins Wanken bringen. Insbesondere dann, wenn wir davon ausgehen, dass sich das Handeln von unserem Denken erst über unsere Sprache formuliert, bis es schließlich in reale Taten übergeht.

Um nicht zu sehr vom eigentlichen Thema abzuschweifen: Unabhängig, ob berechtigt oder nicht, kann so manches Wort schon ziemlich sitzen. Das bedeutet natürlich nicht, dass Kritik immer etwas Schlechtes ist und uns mental zu Boden wirft. Im Gegenteil: Kritik ist etwas vollkommen Normales in unserem Alltag. Ob während des Brotjobs, in Bezug auf unsere Handlungen oder auch wenn wir unsere Träume aussprechen. Doch gibt es hierbei sicherlich einen Unterschied zwischen produktiver und destruktiver Kritik, den man nicht unterschätzen sollte. Denn während uns produktive Kritik dabei hilft in etwas besser zu werden oder uns weiterzuentwickeln, kann uns die destruktive Kritik schnell aus der Bahn werfen. Vor allem dann, wenn wir das Pech haben an einen wenig emphatischen Gesprächspartner zu geraten. Doch auch, wenn wir es doch selbst bestens wissen, dass wir uns nicht zu sehr von der Meinung – ob nun objektiv oder subjektiv, produktiv oder destruktiv – beeinflussen lassen sollten, schaffen wir es nicht immer uns von dieser abzugrenzen. Wenn wir einen verbalen Schlag unter die Gürtellinie erhalten haben, wirft es uns mitunter aus der Bahn oder wir geben aus Angst vor negativer Resonanz etwas auf, das uns in Wirklichkeit wichtig ist. Das kann manchmal ein für uns typisches Verhalten, aber auch Pläne, Projekte oder Eigenschaften betreffen. Dabei vergessen wir viel zu oft, dass wir uns in so manchem Moment abhängig von der subjektiven Meinung eines anderen Menschen machen, selbst wenn wir es eigentlich nicht möchten oder nicht wahrhaben wollen.

Doch wenn wir nur das machen, was andere möchten oder von uns erwarten, wo bleiben dann wir selbst? Wenn du dich fragst, was die Headline “Mach dein Ding draus” mit dem bisherigen Beitrag zu tun hat, kann ich dir nur antworten: Jede Menge! Denn immer dann, wenn wir nur das von uns erwartete Verhalten oder die Ansprüche anderer an uns widerspiegeln bleibt eines auf der Strecke: Unser Ding. Natürlich können wir nicht auf alle Erwartungen pfeifen oder unter den Teppich kehren. Immerhin gehört Erwartbarkeit, bzw. erwartbares Verhalten auch zu unserem Leben und wäre es anders, würde es auf uns wesentlich stressiger, ja sogar beängstigender, wirken. Doch wie erwartbar wollen wir letztendlich wirklich sein? Muss ich mich durch ein dreijähriges BWL-Studium quälen, obwohl ich doch viel lieber Kunstgeschichte studiert hätte? Muss ich zulassen, dass mich mein Gegenüber abschätzig behandelt, weil ich nun mal eben eine Frau bin? Muss ich mich in eine Rolle zwängen lassen, die ich weder ausfüllen kann noch möchte? Auch hier ist die Antwort mehr als einfach: Nein, das muss ich nicht.

Auch, wenn wir die Erwartungen, Ansprüche und Kommunikation anderer uns gegenüber (zum Glück) nicht steuern können – so müssen wir uns noch lange nicht in eine entsprechende Position zwängen lassen. Unter uns gesagt: Ich ärgere mich viel zu oft über mich selbst, weil ich mir manche Dinge viel zu sehr zu Herzen nehme, obwohl ich weiß, dass es schlichtweg Quatsch ist. Doch was bringt das Wissen darum, wenn die Emotionen dennoch in eine andere Richtung tendieren? Doch in solchen Momenten versuche ich mir immer vor Augen zu führen, dass das, was mein Gegenüber von mir will, einfach nicht mein Ding sein muss. Es ist meine Entscheidung, ob ich aus dem Gesagten mein Ding mache oder es eben nicht in mein Selbstverständnis passt, vielleicht sogar destruktiv ist.

Zeit für ein Beispiel: Ein Arbeitnehmer läuft laut polternd durch die Abteilung und legitimiert seine Führungsposition durch Lautstärke und gönnerhaftes Verhalten. Er neigt zudem dazu weibliche Kolleginnen allein auf die stereotypische Rolle einer plaudernden sowie Kaffee kochenden Sekretärin zu reduzieren, während er sich selbst als starken sowie autoritären Mann sieht. Doch muss sich Frau ihm nun wirklich wegduckend und nett lächelnd nähern, weil er eben das erwartet oder eben dieses Verhalten seinem Rollenbild entsprechen würde? Wenn du dir die Frage gerade selbst mit nein beantwortet hast, möchte ich dir noch eine zweite Frage stellen. Warum lässt du dich dann in einigen Situationen in eine Rolle zwängen, die dir nicht entspricht? Bei anderen fällt es uns oft wesentlich einfacher zu erkennen, dass so manches Verhalten unnötig ist oder sogar dem eigenen Charakter widerspricht. Warum fällt es uns so schwer, dies auch bei uns selbst zu erkennen?

Deshalb heute mein kleiner Beitrag, um diejenigen, die ihn lesen daran zu erinnern: Mach dein Ding. Wenn du eine Weltreise planst oder ab morgen anfangen möchtest ein Buch zu schreiben, dann mach es. Du wolltest schon lange mit einem eigenen Blog starten oder beruflich neue Wege gehen? Dann tu es. Worauf warten wir schließlich? Was hält dich davon ab dich selbst zu verwirklichen? Sind es diejenigen, die zu dir sagen: “Das wird eh nichts”, oder stehst du dir vielleicht selbst im Weg?


Aktuell mein absoluter Motivations-Song: NOISE von den Ärzten (selbst als absoluter Hosen-Fan). 😉

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