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  • AutorenbildSchreiblaune

Montagsblues (oder ein Plädoyer für das Motzen)

Wenn es einen stereotypischen Montag gibt, an dem einfach nichts funktionieren will, dann war das definitiv heute. Vielleicht liegt es an dem langen Wochenende, oder an der Gewissheit, dass es eben das letzte lange Wochenende für längere Zeit war. Oder ich schiebe die Schuld einfach auf das schlechte Wetter, dass sich auf Dauerregen eingestellt zu haben scheint. Eine Perspektive auf Hagel würde mich auch nicht wundern. Da kann auch die Tatsache, dass die letzte Woche im Homeoffice angebrochen ist nicht weiterhelfen.

Jetzt ist Feierabend angesagt und der Kopf hatte bisher trotzdem noch keine Gelegenheit um sich auf “privat” umzustellen. Dafür ist der Rest noch zu genervt und die Synapsen falsch verkettet. Und während ich überlege, was wir jetzt mit dem restlichen Abend anstellen können, liegt Lou gähnend neben mir, weil auch sie einen suboptimalen Wochenstart hat. Es regnet immerhin und bisher hatte keiner Zeit, um mit ihr zu spielen. Aus Hundesicht ein wahrer Fauxpas – auch, wenn das sicherlich gleich noch nachgeholt wird. Also das Spielen. Im Regen. Da habe ich nunmal wirklich keinen Einfluss drauf.

Ich weiß nicht, wie es dir mit dem Start in die Woche geht. Bei mir hat sich heute jedenfalls der Montagsblues eingeschlichen. Vielleicht weil das Wochenende zu schön, oder der Montag bisher zu nervig war. Da bin ich mir noch nicht so ganz sicher. Bisher herrscht hierbei noch Chancengleichheit.

Auch, wenn ich erst im letzten Beitrag noch davon geschrieben habe, dass dies keine Meckerseite werden soll, habe ich erst kürzlich meine Legitimation gefunden. Einen Schreibblog mit einer eigenen Meckerrubrik. Quasi die Steigerung von einzel verstreuten Beiträgen, um keine rote (Motz-)Linie zu schaffen. Es kann schließlich nicht immer nur um den richtigen Filter gehen, wenn man sich vor den Bildschirm setzt.

Außerdem kann es auch unheimlich befreiend sein, wenn man der eigenen Frustration ein bisschen Freilauf zugesteht. Natürlich nur in dem Rahmen, der für einen Montag noch erträglich ist. Denn frustriert man sich erst in Rage, sitzt man schneller als man denkt mit einer Familienpackung Eis auf dem Sofa und ist dann auch noch verärgert über sich selbst. Zumindest über das eigene Impulsverhalten was ungesundes Essen angeht. Also doch lieber ein bisschen Dampf ablassen und dann wieder auf Normaltemperatur runterkühlen, bevor die Laune überkocht. Da fehlt nur noch diese eine Person, die jeder von uns kennt und die in den erdenklich unpassendsten Momenten ein “Bleib doch cool” von sich gibt. Auf so einen Mitmenschen bin ich während eines Praktikums getroffen. Immer, wenn ich im Begriff war mich tierisch aufzuregen, kam sie mit ihrem Schreibtischstuhl zu mir herübergefahren, um mir leise und wesentlicher weniger subtil als selbst erwartet ein “ruhhhhhig” zuzuraunen. Rückblickend wirkt es noch genauso nervig und ich weiß, warum sich keine innige Freundschaft zwischen uns entwickelt hat. Während meines Volos hatte ich übrigens eine Kollegin, die das exakte Gegenteil ist. Ich muss wohl kaum erwähnen, dass wir noch heute befreundet sind.

Oft merke ich genau dann, wenn ich rund zwei Minuten laut vor mich hin gemeckert habe, dass alles nur halb so schlimm ist und muss dann doch über mich selbst lachen. Das ist einer der Gründe, warum ich mir das Recht herausnehme mich eben nicht ziellos beruhigen zu lassen. Schließlich habe ich in alltäglichen Situationen das Recht selbst zu merken, dass ich überreagiert habe oder manchmal auch einfach selbst doof war. Selbstreflexion sollte eben nicht unterschätzt werden. Anders steht es natürlich um grundlegende Themen, die es wert sind sich immer und immer wieder über sie aufzuregen sowie dies auch lautstark kundzutun. Immer und überall, doch das ist ein anderes Thema und sollte mehr als einen eigenen Beitrag verdienen.

Während Lou und ich uns jetzt in die Fluten vor unserer Haustür begeben, um den Abend zwar durchnässt, aber doch positiv zu gestalten, wünsche ich dir noch einen entspannten und angenehmen Montag (je nachdem wann du diesen Beitrag liest natürlich einen entsprechend schönen anderen Wochentag).

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