top of page
  • AutorenbildSchreiblaune

Perspektive Wirrwarr

Wir haben ein sehr aufregendes und anstrengendes Wochenende hinter uns. Da es Louise seit Freitag nicht gut ging, sind wir bis Sonntag von einem Tierarzttermin zum nächsten gefahren. Zum Glück mit Erfolg, denn während ich in diesem Moment schreibe, versucht Lou sich per Gedankenkontrolle ein Würstchen vom Grill zu sichern und wartet leise darauf, dass wir endlich eine Runde drehen können.

Generell habe ich den Blog etwas schleifen lassen. Das mag zum einen daran liegen, dass es mir abends recht schwer fällt, mich nach einem Tag im Büro nochmal hinter die Tastatur zu setzen und zum anderen fehlen mir, sobald ich auf ein neues Thema komme, die passenden Worte hierzu. So nehme ich mir an jedem langen Wochenende vor endlich eine der Ideen niederzuschreiben, doch dann könnte man schließlich auch noch einen Küchentisch zusammenbasteln, umräumen und bei der Gelegenheit direkt noch die Küche farblich passend streichen. Die besten Voraussetzungen, um einen Blog ins Leben zu rufen, nicht wahr? Du kannst dir vielleicht vorstellen, warum meine Achtung vor denjenigen, die sich jeden Tag motivieren wenigstens irgendetwas auf Papier zu bringen, kontinuierlich steigt.

Nachdem ich endlich einen Job in meiner näheren Umgebung habe und nicht unendlich viel Zeit damit zubringe nörgelnd auf der A5 zu stehen und somit mein Privatleben in meinem Auto verbringen zu müssen, tuen sich unendlich viele Möglichkeiten auf, was ich mit der (inzwischen nicht mehr ganz so) neuen Freizeit anstelle. Meinen Plan mich nebenbei selbständig zu machen, habe ich nach langem Zögern endlich umgesetzt, auch wenn es sicherlich noch nicht gewinnbringend ist, ist zumindest der große Schritt das Ganze beim Finanzamt anzumelden endlich getan – was auch ein gutes Gefühl war. Doch ohne Werbung kein Geschäft – du verstehst, was ich meine. Eigentlich wollte ich schon immer XY studieren. Warum also nicht per Fernstudium noch eine Runde Wissen generieren. Immerhin geht das auch abends von der Couch aus. Du magst es mir bei all dem Hin und Her nicht glauben, aber ich konnte mich inzwischen tatsächlich schon auf zwei Studiengänge beschränken, die für mich in Frage kommen würden. Meine Recherchen haben mich allerdings an den Punkt gebracht, dass ich für die Finanzierung eines Fernstudiums aller Voraussicht nach “Lebewohl” zu einer meiner Nieren sagen muss oder die nächsten Jahre einfach die Nahrungsaufnahme einstellen werde. Das ist natürlich nur ein Scherz.

Und um ehrlich zu sein, schlägt das allabendliche Sitzen vor einem weißen Bildschirm doch ziemlich auf das Gemüt. Wenn dann noch die Technik mal wieder zu streiken beginnt oder die Tastur hängt, ist das Fiasko perfekt und die Schreiblaune – zumindest für diesen Moment – vergangen. Die Leselaune aufgrund von chronischer Genervtheit übrigens auch. Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich kurz davor war das alternde Notebook mit einem gezielten Wurf aus dem Fenster von seinem Leid zu erlösen.

So habe ich auch schon überlegt dem Blog eine andere Richtung zu geben. Einen kleinen Wandel hat er – wenn auch bisher nur gedanklich – schon durchlebt. Denn aus dem eigentlichen Schreib- und Ideenblog ist nun ein persönlicher Blog geworden. Was in vielen Fällen vielleicht nicht die passende Entscheidung gewesen wäre, mir persönlich aber die Hemmung vor dem Texten nimmt. Persönlich ist immer nah am Leben und, wenn man es wirklich aufrichtig nimmt, auch authentisch. Der Gedanke gefällt mir. Doch je öfter der Kurswechsel, desto perfekter das finale Chaos.

Jetzt steht das nächste lange Wohenende vor der Tür – zumindest in meinem Fall. Also doch der perfekte Moment, um endlich den Text von letztem Sonntag fertig zu schreiben. Ganz so düster sehe ich die Zukunft des Blogs übrigens dann doch auch nicht mehr, wie noch vor ein paar Tagen. Das kann auch daran liegen, dass ich mich momentan durch das Schreiben vor dem Aufräumen drücken kann, da am Wochenende Besuch ansteht. Versteh mich nicht falsch, ich habe keinen “Putzfimmel” oder zu viel Langeweile. Es ist eher die Art von Besuch, für die man auch die Flächen abwischt, denen man sonst keine Beachtung schenkt, weil sie außerhalb des eigenen Blickfeldes liegen.

In Anbetracht der Anzahl der bisherigen Beiträge war das nun vermutlich genug Gemecker über meine eigene Antriebslosigkeit. Also noch einen beherzten Schluck aus der Kaffeetasse von heute Morgen nehmen und nach der richtigen Musik gucken, um einen Moment innezuhalten und einen ersten Überblick zu bekommen, mit welcher Baustelle es nach der Gassirunde losgeht. Die angestaubten Flächen können jedenfalls bis morgen warten.


0 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Kommentare


bottom of page