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Rezension: “Das Alphabethaus”

Der Thriller “Das Alphabethaus” von Jussi Adler-Olsen hat in diesem Jahr zu meiner kleinen Auswahl an Reiselektüren gezählt. Denn wo man kann schließlich besser in eine Geschichte abtauchen, wenn nicht in der wunderbaren Stille, in der man sich in den Bergen wiederfindet?

Ich muss gleich zu Beginn zugeben, dass es bei mir rund 50 Seiten gedauert hat, bis mich die Story wirklich hatte. Selbst als großer Stephen King Fan und somit langatmige Passagen gewohnt, empfand ich den Aufbau der Erzählung vorerst als etwas zäh. Dennoch: Ab einem gewissen Punkt – eben rund 50 Seiten nach dem Aufklappen des Thrillers – kam auch bei mir der Zeitpunkt, an dem ich das Buch nicht mehr aus der Hand geben wollte. Rückwirkend mag ich anderen Rezensenten zustimmen, denn Adler-Olsen schafft es mit jeder Seite mehr Spannung aufzubauen.

“Das Alphabethaus” von Jussi Adler-Olsen

Doch hier, wie gewohnt, erstmal der Klappentext:

“Der dunkelste Schauplatz ist die Seele [.] 1944. Die jungen britischen Piloten James und Bryan, unzertrennliche Freunde seit ihrer Kindheit, stürzen über deutschem Territorium ab. Schwerverletzt und unter falscher Identität gelangen sie in eine Nervenheilanstalt im Schwarzwald. Ihre einzige Chance zu überleben, besteht darin, eine psychische Erkrankung vorzugeben. Noch wissen die Männer nicht, dass hier, im >>Alphabethaus<<, die wahre Hölle auf sie wartet.”

Nach dem Lesen des Klappentextes kannst du dir sicher vorstellen, warum ich nach dem Thriller von Adler-Olsen gegriffen habe. Denn allein dieser kurze Teaser verspricht eine spannende Lektüre. Der Perspektivwechsel zwischen den Protagonisten lassen die Geschichte von James sowie Bryan mehr und mehr an Fahrt aufnehmen, sodass uns Leser*innen ab und zu der Atem stockt, bis sich die einzelnen Stränge schließlich zum Ende hin zusehends einander annähern. So langatmig ich den Auftakt vorab empfunden habe, desto mehr fiebert man mit den einzelnen Figuren, sobald die Story einen um den Finger gewickelt hat. Diese ist in sich zwar schlüssig, doch sorgt zuweilen ebenso für fassungsloses Kopfschütteln oder auch einen aufkommenden moralischen Ekel, in Anbetracht des Handelns der Charaktere. Dies ist natürlich auch der Tatsache geschuldet, dass der Thriller zeitlich während des Zweiten Weltkriegs anzusiedeln ist und die Handlungen sowie dargestellten Personen diese Zeit widerspiegeln.

Achtung: Spoiler Alarm!

Dementsprechend fiebern wir auf den rund 580 Seiten mit James und Bryan. Während die leise Stimme in unserem Hinterkopf auch zwischen den hoffnungslosesten Zeilen auf ein glückliches Ende hofft, leiden wir mit dem Protagonisten, der das Alphabethaus inmitten des Schwarzwaldes länger ertragen muss, als der Freund. Fassungslos beobachten wir dessen Alltag und bangen mit James, dessen Kampf um das Überleben inmitten des Unmöglichen dennoch weiter anhält. Selbst, wenn wir Leser*innen langsam aber sicher immer weniger an einen guten Ausgang für ihn glauben. Zugleich schafft es Adler-Olsen in uns Mitgefühl anklingen zu lassen, wenn wir an Bryans Seite stehend versuchen den Kindheitsfreund nach dem Ende des Krieges wieder nach Hause zu holen. Denn ob die Zeit wirklich alle Wunden heilt und die Hoffnung wirklich Berge versetzen kann, erfahren wir nur, wenn wir uns von Adler-Olsen durch die Geschichte der beiden Männer, nach ihrem schicksalhaften Flugzeugabsturz über Deutschland, führen lassen.

Für diejenigen, die auf der Suche nach einem mitreißenden Thriller sind, kann ich “Das Alphabethaus” von Jussi Adler-Olsen nur weiterempfehlen. Ich für meinen Teil bin im Nachgang froh, dass ich die Geschichte im Urlaub gelesen habe und das Buch nicht so schnell aus der Hand legen musste.

📌 Daten zum Buch:

Jussi Adler-Olsen Das Alphabethaus dtv Verlag ISBN: 978-3423248945 Preis: 11,95 EUR Mehr Infos auf https://www.dtv.de/buch/jussi-adler-olsen-das-alphabethaus-21952/

Bei diesem Beitrag handelt es sich um unbezahlte Werbung, da ich das Buch privat erworben habe.

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